BASF scheitert vorerst mit verbessertem Übernahmeangebot für Evonik
Veröffentlicht · Freitag, 30. Oktober 2026 um 11:14 Uhr
BASF hat ein verbessertes Übernahmeangebot für den Chemiekonzern Evonik vorgelegt. Der Evonik-Vorstand lehnt dieses jedoch ab und zeigt sich nicht bereit, in Verhandlungen einzutreten. Stattdessen setzt das Unternehmen auf die eigenständige Weiterentwicklung des Konzerns.
## Was ist passiert?
BASF, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Chemiekonzern, ist mit einem nachgebesserten Übernahmeangebot für den Wettbewerber Evonik gescheitert. Der Vorstand von Evonik hat das verbesserte Angebot zurückgewiesen und signalisiert, grundsätzlich nicht in Verhandlungen über eine Übernahme eintreten zu wollen. Damit bleibt der von BASF angestrebte Zusammenschluss zweier bedeutender deutscher Chemieunternehmen vorerst blockiert.
## Der Hintergrund
BASF hatte zuvor bereits ein erstes Übernahmeangebot für Evonik vorgelegt, das vom Essener Konzern nicht angenommen wurde. In der Folge legte BASF nach und unterbreitete ein verbessertes Angebot. Doch auch dieses überzeugte den Evonik-Vorstand nicht. Statt auf eine Übernahme durch den Konkurrenten einzugehen, verfolgt Evonik nach eigenen Angaben einen eigenständigen strategischen Weg und will den Konzern aus eigener Kraft weiterentwickeln. Konkrete Zahlen zur Höhe des Angebots oder Details zur geplanten strategischen Ausrichtung von Evonik wurden bislang nicht öffentlich kommuniziert.
## Warum ist das für Wirtschaft und Märkte wichtig?
Ein möglicher Zusammenschluss von BASF und Evonik hätte weitreichende Folgen für die deutsche und europäische Chemieindustrie gehabt, die ohnehin unter strukturellem Druck steht – etwa durch hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und regulatorische Anforderungen. Eine Übernahme hätte die Marktstruktur in zentralen Geschäftsfeldern der Chemiebranche verändern können. Die Ablehnung durch Evonik bedeutet, dass die beiden Unternehmen vorerst getrennte Wege gehen und als eigenständige Wettbewerber am Markt agieren. Für Beobachter der Branche ist der Vorgang zudem ein Signal dafür, wie Übernahmeversuche in der deutschen Industrie derzeit verlaufen: Vorstände zeigen sich bereit, auch verbesserte Angebote abzulehnen, wenn sie die eigene strategische Unabhängigkeit als werthaltiger einschätzen.
## Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger, die Aktien von BASF oder Evonik halten oder sich für die Chemiebranche interessieren, ist die Entwicklung relevant, da sich die Erwartungen an eine mögliche Konsolidierung in der Branche zunächst nicht erfüllen. Übernahmeprozesse dieser Größenordnung können kurzfristig zu Kursbewegungen führen, insbesondere wenn der Ausgang von Verhandlungen ungewiss ist. Mit der klaren Absage von Evonik entfällt vorerst die Unsicherheit über eine mögliche Fusion, zugleich bleibt offen, ob BASF ein weiteres Angebot vorlegen oder den Übernahmeversuch endgültig aufgeben wird. Diese Entwicklung ist Teil der laufenden Berichterstattung über einzelne Unternehmen und ersetzt keine individuelle Anlageberatung.
## Was jetzt wichtig wird
- Ob BASF nach der erneuten Ablehnung ein weiteres, möglicherweise noch höheres Angebot vorlegt oder den Übernahmeversuch beendet - Wie sich der Evonik-Vorstand strategisch positioniert und welche konkreten Schritte zur „eigenständigen Weiterentwicklung“ angekündigt werden - Mögliche Reaktionen von Großaktionären beider Unternehmen auf den weiteren Verlauf des Übernahmeversuchs - Auswirkungen auf die Wettbewerbsstruktur der deutschen und europäischen Chemieindustrie - Weitere offizielle Mitteilungen beider Konzerne zu diesem Vorgang
Quelle: FAZ Wirtschaft